Wartung & Pflege — PV-Anlage & Wärmepumpe richtig warten

Regelmäßige Wartung erhöht die Lebensdauer, sichert den Ertrag und ist oft eine Voraussetzung für den Versicherungsschutz. Hier erfährst du, was du wann prüfen solltest.

PV-Anlage: Wartungsplan

Photovoltaikanlagen gelten als wartungsarm — aber wartungsarm bedeutet nicht wartungsfrei. Eine regelmäßige Inspektion erkennt Probleme frühzeitig, bevor aus kleinen Defekten teure Schäden werden.

Jährliche Sichtprüfung (Selbst durchführbar)

  • Module auf sichtbare Beschädigungen prüfen (Risse, Verfärbungen, Delaminierung)
  • Kabel und Steckverbinder auf Beschädigungen, Verfärbungen oder lockere Verbindungen kontrollieren
  • Verschmutzung der Module beurteilen (Vogelkot, Laub, Moos, Ruß)
  • Unterkonstruktion auf Korrosion oder lose Schrauben prüfen
  • Marderschutzgitter auf Beschädigungen oder Durchbrüche kontrollieren
  • Ertragsdaten im Monitoring auf Auffälligkeiten prüfen

Alle 2 bis 4 Jahre: Fachbetrieb-Inspektion

  • Elektrische Prüfung aller Anschlüsse und Leitungen (Isolationswiderstand, Erdung)
  • Thermografie oder Elektrolumineszenz-Messung zur Erkennung von Hotspots und Zelldefekten
  • Wechselrichter-Check: Fehlerspeicher auslesen, Firmware aktualisieren
  • Prüfung der DC-Steckverbinder auf Korrosion und Kontaktwiderstand
  • Überspannungsschutz-Ableiter prüfen (Funktionsanzeige)
  • Dachintegrität im Bereich der Modulbefestigung kontrollieren

PV-Wartung: Kosten

MaßnahmeIntervallKosten (ca.)
Sichtprüfung (selbst)Jährlich0 €
Fachbetrieb-InspektionAlle 2–4 Jahre150 – 350 €
ModulreinigungBei Bedarf100 – 250 €
ThermografieAlle 4–5 Jahre200 – 400 €
Wechselrichter-AustauschNach 10–15 Jahren1.500 – 4.000 €

In Summe solltest du für die laufende Wartung einer 10-kWp-Anlage etwa 100 bis 200 Euro pro Jahr einplanen. Die größte Einzelinvestition ist der Wechselrichter-Austausch nach 10 bis 15 Jahren — der jedoch durch eine PV-Versicherung mit Technik-Baustein abgedeckt sein kann.

Wärmepumpe: Wartungsplan

Wärmepumpen benötigen regelmäßigere Wartung als PV-Anlagen, da sie mechanische und hydraulische Komponenten enthalten, die Verschleiß unterliegen.

Jährliche Wartung durch Fachbetrieb

  • Kältemittelkreislauf: Dichtigkeit prüfen, Füllstand kontrollieren
  • Kompressor: Laufgeräusche, Vibrationen, Ölstand (bei Scroll-Kompressoren)
  • Außeneinheit: Lamellen reinigen, Ventilator prüfen, Gehäuse auf Schäden kontrollieren
  • Hydraulik: Heizungsdruck, Umwälzpumpe, Ausdehnungsgefäß, Sicherheitsventil
  • Steuerung: Einstellungen prüfen, Fehlerspeicher auslesen, Firmware-Updates
  • Pufferspeicher: Anode prüfen (bei Warmwasser-Wärmepumpen)
  • Filter: Kältemittelfilter und Wasserfilter prüfen und ggf. tauschen
Gesetzlich vorgeschrieben: Bei Wärmepumpen mit mehr als 3 kg Kältemittel (HFKW) ist eine regelmäßige Dichtigkeitsprüfung gesetzlich vorgeschrieben (EU-Verordnung 517/2014). Die Intervalle richten sich nach der Kältemittelmenge und dem Treibhauspotenzial (GWP) des Kältemittels.

WP-Wartung: Kosten

MaßnahmeIntervallKosten (ca.)
Jahreswartung (Fachbetrieb)Jährlich200 – 400 €
Wartungsvertrag (pauschal)Jährlich150 – 300 €
Kältemittel nachfüllenBei Bedarf300 – 800 €
Anode tauschen (WW-Speicher)Alle 2–5 Jahre80 – 150 €
Tipp: Ein Wartungsvertrag mit dem Installateur ist fast immer günstiger als Einzelbeauftragungen. Viele Hersteller knüpfen ihre Garantieverlängerung an den Abschluss eines Wartungsvertrags. Und auch der Versicherer sieht einen Wartungsvertrag gerne.

Wartung und Versicherungsschutz

Zwischen Wartung und Versicherung besteht ein enger Zusammenhang. In den meisten Versicherungsverträgen gibt es sogenannte Obliegenheiten — das sind Pflichten, die du als Versicherungsnehmer erfüllen musst, damit der Versicherungsschutz vollständig greift.

Typische Obliegenheiten

  • Regelmäßige Sichtprüfung der Anlage
  • Einhaltung der Herstellervorgaben zur Wartung
  • Beauftragte Wartungsarbeiten nur durch qualifiziertes Fachpersonal
  • Einhaltung gesetzlicher Prüffristen (z.B. Kältemittel-Dichtigkeit bei WP)
  • Unverzügliche Meldung erkannter Schäden oder Mängel

Wenn du diese Pflichten grob fahrlässig verletzt, kann der Versicherer seine Leistung kürzen. Bei Vorsatz — also wenn du einen bekannten Mangel bewusst ignorierst — kann er die Leistung sogar vollständig verweigern.

Empfehlung: Wähle einen Tarif, der grobe Fahrlässigkeit mitversichert. Dann bist du auch geschützt, wenn du einmal eine Wartung versäumt hast. Bewahre trotzdem alle Wartungsprotokolle auf — sie sind im Schadensfall ein wertvoller Nachweis.

Was du selbst machen kannst

PV-Anlage

  • Monitoring-Daten regelmäßig prüfen (Ertrags-App)
  • Sichtprüfung der Module vom Boden aus (Fernglas)
  • Laub und großen Schmutz entfernen (nur vom Boden, keine Dachbesteigung)
  • Wechselrichter-Display auf Fehlermeldungen kontrollieren
  • Marderschutzgitter auf Beschädigungen prüfen

Wärmepumpe

  • Außeneinheit frei von Laub, Schmutz und Pflanzenwuchs halten
  • Mindestabstand zu Wänden und Bewuchs sicherstellen (Luftzirkulation)
  • Im Winter: Vereisung beobachten, Abtaufunktion kontrollieren
  • Heizungsdruck regelmäßig ablesen (Manometer am Gerät)
  • Fehlermeldungen im Display beachten und dokumentieren
Wichtig: Öffne niemals das Gehäuse der Wärmepumpe oder der Außeneinheit selbst. Arbeiten am Kältemittelkreislauf dürfen nur von zertifizierten Kältetechnikern durchgeführt werden. Auch an der Elektrik der PV-Anlage (DC-Seite) darfst du keine Arbeiten selbst durchführen.

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